In die hintersten Ecken Europas (und noch weiter)

English below!

Da ich mir zu Beginn dieser Saison vorgenommen habe, regelmäßig aus meinem Leben zu berichten, fasst dieser Beitrag nun die vergangenen Wochen zusammen.

Ich kann es kaum glauben – bereits vier Europa Cups in der Elite liegen bereits hinter mir.
Donnerstag vor zwei Wochen checkten mein Trainingskollege Eric und ich in ein Konferenzhotel etwa zwei Stunden östlich von Budapest ein. Ich kannte das Rennen in Tiszaújváros nur aus Erzählungen (sein Ruf eilt ihm voraus;), und ich kann bestätigen – 362 Tage im Jahr ist die Stadt wahrscheinlich sehr ruhig, aber für den Triathlon erwacht sie. Ich habe ja nun die reduzierte Corona-Version erlebt, aber ich kann mir vorstellen, dass in einem normalen Jahr auf den Straßen und Tanzflächen Tiszys noch mal deutlich mehr los ist.

Wieder einmal handelte es sich um eine sehr lange Anreise: mit dem Radkoffer an der Hand erst mit dem Zug nach Frankfurt, von Frankfurt aus nach Budapest fliegen, von Budapest aus mit dem Mietwagen nach Tiszy fahren. Und am Montag nach den Rennen natürlich wieder in umgekehrter Reihenfolge.

Die Bedingungen in Tiszy sind interessant, um es nicht wertend auszudrücken.
Geschwommen wird in einem sehr kleinen See auf einer 250m Runde (größer könnte die Runde auch nicht gestaltet werden, da die Wasserfläche dafür fehlt), Rad und Laufen führen mitten durch die 16 000 Einwohner große Stadt.
An beiden Wettkampftagen, im Halbfinale sowohl als auch im Finale, war es sehr warm, mit bis zu 37 Grad musste man klarkommen.

Das Halbfinale bin ich relativ entspannt angegangen und konnte mich souverän für das Finale qualifizieren.
Wäre das Rennen nun am Samstag vorbei gewesen, wäre es ein guter Wettkampf für mich gewesen! Aber, so war es nun mal nicht;)
Am Sonntag lief bereits das Schwimmen nicht, wie ich mir das gewünscht hätte. Ich kam am Ende des Hauptfeldes aus dem Wasser und musste auf dem Rad erst mal drücken. Das war dann aber auch schon das einzige Mal während des Wettkampfes, dass ich Tempo gemacht habe. Die restlichen sieben von acht Runden des Kurses hielt ich mich eigentlich nur hinten im Feld auf – nicht aus taktischen Gründen, ich wünschte es wäre so gewesen, sondern weil ich schlichtweg nicht nach vorne kam.
Als es auf die Laufstrecke ging, war mir klar, dass es ein harter und kein schöner Tag für mich werden würde. Hatte ich mich am Vortag noch stark im Laufen gefühlt, bin ich sehr verhalten angelaufen und musste viele Athletinnen ziehen lassen. Es waren vier Runden zu laufen und nach zwei Runden habe ich glücklicherweise doch noch meinen Rhythmus gefunden und konnte einige Athletinnen einlaufen.
Am Ende ein 16. Platz – um ehrlich zu sein, weit unter meinen Erwartungen. Aber nach einigen Gesprächen mit Freunden, Familie und Trainern kann ich damit umgehen und weiß, woran ich zu arbeiten habe.

Fotos: Peter Horsten

after race:)

Anderthalb Wochen später ging es wieder auf Wettkampfreise, dieses Mal zum Europa Cup in die Türkei, nach Balıkesir. Damit habe ich geografisch gesehen sogar das erste Mal Europa verlassen:)
Balıkesir erwartete uns mit Temperaturen bis zu 40 Grad und am Tag vor dem Wettkampf war ich nach der Lauf-Vorbelastung der festen Überzeugung, dass ein schnelles Laufen absolut unmöglich ist.
Wenn ich in Tiszy jedoch eins gelernt habe, ist es, dass es wichtig ist, sich regelmäßig runter zu kühlen.
Nach 750m im Kanal bin ich mit der Spitzengruppe aus dem Wasser gestiegen. Auf dem Rad war die Bereitschaft der Führungsgruppe Tempo zu machen eher gering, daher hieß es verhalten zu fahren und das Laufen abzuwarten. Der Radkurs war sehr flach und nicht technisch und wir konnten die zweite Gruppe auf Distanz halten.
Es waren drei Runden a 1,6km zu laufen, die erste Runde habe ich erstmal die Wasser getestet, denn wer schon mal bei solchen Temperaturen gelaufen ist, weiß, dass man sich lieber nicht überhitzt. Schlussendlich war es dann Platz 5 – mein bisher bestes Europa Cup Ergebnis.
Und so schnell ändert sich dann auch die Perspektive! War nach Tiszy mein Selbstbewusstsein angeknackst, weiß ich jetzt, dass ich die richtige Form habe und mich nicht verstecken muss. Die ersten eins, zwei Jahre der U23 sind für viele Athleten eine starke Lernkurve, diesen Eindruck habe auch ich.
Ich bin auf jeden Fall unglaublich dankbar, diese Erfahrungen sammeln zu dürfen – wenn ich auf Wettkampfreise bin, spüre ich, dass dies mein Traumberuf ist. Vielen Dank an dieser Stelle auch einmal an all diejenigen, die mir dies ermöglichen ❤ .

Für mich geht es am Donnerstag in die Höhe um ein paar Wochen die Grundlagen aufzufrischen, um die lange Saison optimal vorbereitet weiterführen zu können. Die Planung ist noch nicht ganz abgeschlossen, aber ich freue mich sehr darauf, dieses Jahr bis Anfang November an der Startlinie stehen zu können!

Eindrücke aus der Türkei


Since I decided at the beginning of this season to share my life on a regular basis, this blog post summarizes the past weeks.
I can hardly believe it – already four European Cups in the elite are behind me.
Thursday two weeks ago, my training colleague Eric and I checked into a conference hotel about two hours east of Budapest. I knew the race in Tiszaújváros only from stories (its reputation precedes it;), and I can confirm – 362 days a year the city is probably very quiet, but for triathlon it wakes up. I have now experienced the reduced Corona version, but I can imagine that in a normal year, the streets and dance floors of Tiszy are even busier.

Once again, it was a very long journey: first by train to Frankfurt with the bike case in one hand, flying from Frankfurt to Budapest, driving from Budapest to Tiszy by rental car. And on Monday after the races, of course, again in reverse order.
The conditions in Tiszy are interesting, not to put it in a judgmental way.
The swimming is done in a very small lake on a 250m lap (the lap could not be made bigger, because the water surface is missing for that), cycling and running lead through the middle of the town with 16 000 inhabitants.
On both competition days, in the semifinal as well as in the final, it was very warm, one had to cope with up to 37 degrees.

I was relatively relaxed in the semifinals and was able to qualify for the final.
If the race would have been over on Saturday, it would have been a good competition for me! But unfortunately it was not like that;)
On Sunday already the swim didn’t go as I would have wished. I came out of the water at the end of the main field and had to push on the bike. But that was the only time during the race that I was actually pushing the speed. The remaining seven of eight laps of the course I was actually just at the back of the field – not for tactical reasons, I wish it had been that way, but because I simply couldn’t get to the front.
When it came to the run course, it was clear to me that it would be a hard and not a nice day for me. I had felt strong in the run the day before, but I started very cautiously and had to let many athletes go. There were four laps to run and after two laps I luckily found my rhythm and was able to catch some athletes.
In the end a 16th place – to be honest, far below my expectations. But after some talking with friends, family and coaches I can handle it and know what I have to work on.

Fotos: Peter Horsten

after race:)

A week and a half later, I went on another race trip, this time to the Europa Cup in Balıkesir, Turkey. Geographically speaking, this was even the first time I left Europe:)
Balıkesir awaited us with temperatures up to 40 degrees and the day before the competition, after doing some strides in the midday heat, I was firmly convinced that a fast run is absolutely impossible.
However, if there is one thing I learned in Tiszy, it is that it is important to cool down regularly.
After 750m in the canal, I got out of the water with the lead group. On the bike the willingness of the lead group to make speed was rather low, so I was to ride cautiously and wait for the run. The bike course was very flat and non-technical and we were able to keep the chase group at a distance.
There were three laps of 1.6km to run, the first lap I first tested the waters, because everybody who has run in these temperatures, knows that you better not overheat. In the end it was 5th place – my best Europa Cup result so far.
And that’s how fast the perspective changes! After Tiszy, my self-confidence was cracked, but now I know that I have the right form and that I don’t have to hide. The first one or two years of the U23 are a steep learning curve for many athletes, and I have the same impression.
In any case, I’m incredibly grateful to be able to gain this experience – when I’m out competing, I feel that this is my dream job. A huge thank you, to all the people who make this possible ❤ .

I’m going to altitude on Thursday to spend a few weeks brushing up on the basics to continue the long season optimally prepared. The planning is not quite finished, but I am very excited to be able to stand on the starting line this year until early November!

impressions from Turkey

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